Wissenschaft und Forschung

Tübingen

Karla Pollmann wird neue Rektorin der Universität Tübingen

Die neue Rektorin der Universität Tübingen wird Karla Pollmann heißen. Am Mittwoch-Nachmittag wählten sie der Universitätsrat mit sieben von zehn Stimmen und der Senat mit 25 von 33 Stimmen im zweiten Wahlgang. Pollmann setzte sich gegen ihre beiden Mitbewerberinnen Monique Scheer und Beatrix Busse durch. Die gebürtige Tübingerin wird am 1. Oktober die Nachfolge von Bernd Engler antreten, der dann in den Ruhestand geht.

Im Großen Senat hängen die Bilder ihrer Vorgänger aus Jahrhunderten an der Wand. Allesamt Männer. Karla Pollmann wird die erste Frau an der Spitze der Universität Tübingen sein. Hier, im Großen Senat, stellte sich die frisch gewählte Rektorin der Öffentlichkeit vor und erklärte, wie sie die Universität leiten werde: "Das erste, was ich tue, ist, dass ich versuchen werde, so viele Menschen wie möglich zu treffen, die verschiedenen Statusgruppen, Mitglieder der Universität, mich mit ihnen unterhalten, ihre Wünsche, ihre Träume, ihre Sehnsüchte, ihre Sorgen kennenzulernen, auch ihre Ideen."

Als gebürtige Tübingerin kennt Karla Pollmann die Universität vom Kindesalter an. Hier studierte sie auch – neben München, Cambridge und Bochum. Sie lehrte in Bielefeld, Konstanz und St. Andrews, in Canterbury, Reading und zuletzt in Bristol und blieb gleichzeitig auch mit ihrer Heimat verbunden. Als die Rektorenstelle ausgeschrieben wurde, stach für sie eines positiv heraus: "Mir ist von vorneherein aufgefallen die große Offenheit um nicht zu sagen, das Bestreben der Universität, sich international stark aufzustellen", sagte Pollmann. "Das ist eine Universität, die in den Top 100 sich befindet und dieser Wille, sich noch mehr der Welt zu öffnen."

Aber die Universität hat noch mehr zu bieten. In zahlreichen Disziplinen in Geistes- wie auch Naturwissenschaften und Medizin wird auf höchstem Niveau an der Zukunft geforscht. Immer wichtiger dabei ist die Interdisziplinarität. Karla Pollmann, selbst Theologin und Altphilologin, hat damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht: "Ich selber habe vor 20 Jahren ungefähr ein großes Projekt erhalten, das ich geleitet habe, wo es um das Nachleben des heiligen Augustin geht, und da Augustin ein Nachleben entfaltet hat, das weit über die Theologie hinausging, hat das bedeutet, dass ich auch über meine eigenen Fachkenntnisse hinaus mit der Politologie, der Soziologie, der Ethik, der Philosophie, Musikologie, Kunstgeschichte habe arbeiten dürfen", sagte Pollmann.

Gerade bei neuen Entwicklungen wie bei der Digitalisierung hätten die Geisteswissenschaften Entscheidendes beizutragen, so Pollmann. Auch die Uni Tübingen hätte da schon spektakuläre Erfolge, gerade auch durch die Verbindung von Philosophie und Naturwissenschaften. Auch das wolle sie fördern.

(Donnerstag, 28.04.22 - 13:03 Uhr   -   1307 mal angesehen)

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