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Mexiko-Stadt / Teotihuacan

Sensationsfund unter der Sonnenpyramide - "Tunnel zur Unterwelt" birgt tausende Funde

prometheus.tv - Der Archäologie Sergio Gomez hat unter der Sonnenpyramide bei Mexico-Stadt einen "Tunnel zur Unterwelt" gefunden. Dies teilte der Archäologe auf einer Pressekonferenz des Nationalen Anthropologischen Institutes, INAH, mit. Zutage traten tausende von Objekten, so vier anthropomorphe Skulpturen aus Jade, Dutzende von großen Schnecken (etwa 55 cm lang) aus dem Golf von Mexiko und Karibik, Tausende Gegenstände aus verschiedenen Materialien, importierte Jade aus Guatemala, Gummibälle, Knochen und Überreste von Haarraubkatzen, Skelette, Käfer, Pyritplatten und eine Holzkiste, sowie Dutzende von bearbeiteten Muscheln.
Mexico - Blick von Mondpyramide auf Sonnenpyramide mit Totenstraße

Der Tunnel zur Unterwelt verbindet die berühmte Sonnenpyramide mit dem Tempel der gefiederten Schlange. Bisher sind 103 Meter des 120 Meter langen Tunnels untersucht. Gomez ist Direktor des Tlalocan-Projektes, das den entdeckten Tunnel untersucht.

"Je weiter Du mit den Untersuchungsarbeiten vorankommst, desto zahlreicher, wertvoller und vielfältiger werden die Funde!" sagte Gomez: "Abgesehen von den  jüngsten dort abgelegten Objekten in den letzten Tunnelabschnitten haben sich mehr als 4.000 Objekte aus Holz in einwandfreiem Zustand erhalten. Außerdem über 15.000 Samen von verschiedenen Pfkanzen sowie Hautreste, möglicherweise von Menschen."  Die Funde seien nun zur Analyse weitergegeben worden.

An der Pressekonferenz des INAH nahmen neben Gomez auch die Generaldirektorin des Instituts, Teresa Franco und Farncisco Sanchez Pedro Nava, nationaler Koorinator der INAH-Abteilung für Archäologie und der technische Sekretär von INAH, Cesar Moheno, teil.

Von 2009 bis heute habe die INAH 14 Millionen Pesos in das Tlalocan-Projekt investiert, das sind umgerechnet 830.000 Euro. Die vorläufigen Ergebnisse wurden auf einem Symposium im Oktober 2014 im Nationalmuseum für Anthropologie bekannt gegeben.

Im Laufe der Untersuchungen musste der Tunnel von 970 Tonnen Erde und Steinen befreit werden. Der Tunnel war vor 1.800 Jahren von den damaligen Bewohnern von Teotihuacan selbst verschlossen worden. Der Tunnel sei von den Teotihuacan-Leuten offensichtlich gegraben worden, um die Unterwelt darzustellen. 

Der mit einem Dach überwölbte Tunnel war bereits im Jahr 2003 von den Archäologen Sergio Gomez und Julie Gazzola  auf dem Archäologischen Areal von Teotihuacan, unter dem Tempel der gefiederten Schlange, entdeckt worden. Im Jahr 2010 konnten mithilfe eines Roboters erste Bilder der im Tunnel enthaltenen Gegenstände gemacht werden.

Zur Erkundung des Tunnels wurde speziell für dieses Projekt von Hugo Armando Guevara Calva der Roboter "Tlaloque1" entworfen. Galva ist Ingenieur für Industrieroboter - IPN.

Damit wurde erstmals in Mexico und in ganz Amerika ein derartiger Roboter für ärchäologische Forderungen eingesetzt. Auch weltweit war dies erst der zweite Einsatz eines derartigen Roboters. 10 Jahre zuvor war ein ähnliches Gerät eingesetzt worden, um einen schmalen Gang in einer ägyptischen Pyramide zu erforschen.

Der mit Rädern bestückte Roboter "Tlaloque1" wurde nach den mythischen Wesen benannt, die der Legende nach dem Helden Tlaloc geholfen hatten. Jedes der vier Räder des Roboters lässt sich einzeln steuern und bewegen, Zwei Camcorder an der Vorderseite, und ein Camcorder an der Rückseite erlaubten umfangreiche Aufnahmen. Tlaloque1 ist 30 cm breit, 50 cm lang und 20 cm hoch. Die aufgenommenen Bilder wurden an einen Monitor außerhalb des Tunnels übertragen. 

Der Tunnel war noch von den Teotihuacan-Leuten fast komplett verfüllt worden. Obwohl der Tunnel ursprünglich 2,5 Meter hoch und 4 Meter breit war, lag zum Zeitpunkt der Entdeckung zwischen Verfüllung und Decke nur  ein schmaler, etwa 25 cm hoher Spalt frei, in dem sich der Roboter bewegen konnte.

Die Tunnel-Erkundung mit dem Roboter "Tlaloque1" hatte gezeigt, sich in dem vorspanischen Tunnel offenbar Skulpturen oder perfekt bearbeitete, schwere Steine befinden, die von den Teotihuacan-Leuten in den Tunnel verbracht worden waren, um den Tunneleingang zwischen 200 und 250 nach Christus zu verschließen.  Zur Erkundung der  "Straße im Untergrund" war auch Georadar-Technologie eingesetzt worden.

Dabei wurden am Ende des Tunnels, unmittelbar vor dem Tempel der gefiederten Schlange, drei bis heute noch nicht untersuchte Kammern entdeckt. Gomez zufolge könnten in den Kammern die sterblichen Überreste hochgestellter Persönlichkeiten von Teotihuacan beigesetzt worden sein.

Aufgrund der vom Untersuchungsroboter aufgenommenen Bilder konnte festgestellt werden,dass die unterirdische Passage stabil genug war, um die Untersuchung des 1.800 Jahre alten Tunnels durch Archäologen zu ermöglichen.

Nach den darauf folgenden, mehrjährigen Arbeiten konnten die Archäologen jetzt die Ergebnisse ihrer bisherigen Ausgrabungsarbeiten vorstellen. Die drei per Georadar entdeckten Kammern am Ende des Tunnels, direkt am Tempel der gefiederten Schlange, warten noch auf ihre Öffnung.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass in den drei Kammern weitere bedeutende Endeckungen auf die Ausgräber warten: Vielleicht die über fast 2.000 Jahren unberührte Grablege der Priester- und Herrscherdynastie von Tenochtitlan.

Erstveröffentlichung: 30. Oktober 2014

 

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