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Grabenstetten

Neues vom Heidengraben - Ergebnisse und neue Grabungen am spätkeltischen Oppidum

Auf der vorderen Alb, zwischen den Gemeinden Grabenstetten, Erkenbrechtsweiler und Hülben, liegt der sogenannte Heidengraben. Er ist ein spätkeltisches Oppidum - also eine große befestigte Siedlungsanlage. Aber nicht nur irgendeine Siedlungsanlage! Mit rund 1700 Hektar ist er sogar das größte Oppidum Europas. Für Archäologen und Frühgeschichtler ein spannender Ort, an dem ab dem 6. August für sechs Wochen eine neue Grabungskampagne läuft, die neue Erkenntnisse über unsere keltischen Vorfahren liefern soll.

Geomagnetische Messungen am Heidengraben, die einen digitalen Blick in den Boden erlauben, ohne ihn dabei umgraben zu müssen, sind für Archäologen heute unerlässlich. Sie bieten eine Grundlage für weitere Forschungen, wie die Untersuchung eines bestehenden Sakral- und Bestattungsplatzes, der in den kommenden Wochen ergraben werden soll.

Dr. Gerd Stegmaier, wissenschaftlicher Referent der Region am Heidengraben erklärt, dass sie zeigen wollen, dass das Gräberfeld um den Burrenhof ein einmaliges Kulturdenkmal sei, das von europäischem Rang sei. Die Rituale und Zeremonien, die es widerspiegle, seien bisher noch unbekannt aus dem keltischen Kulturraum. Die bisher entdeckten Strukturen seien dabei sehr entscheidend für die Gründung des spätkeltischen Heidengrabens gewesen.

Auch zum Thema Wasserversorgung gibt es neue Erkenntnisse. Es seien Brunnen entdeckt worden, die bisher in Grabenstetten nicht bekannt gewesen seien, so Dr. Marc Heise vom Landesamt für Denkmalpflege Stuttgart. Es gäbe zwar keine genaue Datierung, dennoch seien es wichtige Befunde, weil die Wasserversorgung ein bislang unbekanntes Thema gewesen sei.

Eine weitere Entdeckung ist eine Urne, die bei Ausgrabungen außerhalb der keltischen Siedlung Elsachstadt zu Tage kam. Auch dies sei bedeutend für die Forschung, denn die Gräber würden aus der Urnenfelderzeit stammen, die 1200 bis 800 vor Christus war. Sie seien also älter als der Heidengraben.

Eine Lehrgrabung der Universität Tübingen soll den Bereich jetzt genauer untersuchen und nachweisen, ob es sich um ein einzelnes Grab handelt, oder ob mehrere Gräber vorhanden sind. Erklärtes Ziel der Grabungen in diesem Jahr ist also die Ergebnisse der geomagnetischen Messungen zu überprüfen und durch Grabungen nachzuvollziehen.

Im Ganzen könne die Siedlung natürlich nicht ausgegraben werden, dennoch erhoffen sich die Forscher aus den Erkenntnissen in diesem Jahr aber auch in den kommenden Jahren Stück für Stück ein Mosaikbild zu schaffen, das dann letztendlich ein Gesamtbild des Heidengrabens liefert.

(Sonntag, 05.08.18 - 15:01 Uhr   -   1253 mal angesehen)

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