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Karlsruhe / Italien

Großer Erfolg für deutsch-italienischen Kulturgutschutz: Carabineri finden fehlenden Teil des Mithras-Reliefs von Tor Cervara im Kunsthandel

31.7.2017. Das bedeutende Mithras-Relief von Tor Cervara bei Rom ist nun komplett! Im 2. Weltkrieg war das Relief bei Rom durch eine Fliegerbombe zertrümmert, einzelne Teile geraubt, verkauft und die Überreste im Depot des Thermenmuseums in Rom verwahrt worden. Hier fristete das Relief nahezu unbemerkt sein Dasein. Vor drei Jahren konnte das fehlende Hauptstück - der Kopf des Mithras, der sich im Badischen Landesmuseum befand - eindeutig zugeordnet werden. Jetzt spürten Carabinieri im Kunsthandel auch den noch fehlenden Stierkopf nebst Mithras-Hand auf.
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Das bedeutende Mithras-Relief von Tor Cervara bei Rom ist nun komplett! Im 2. Weltkrieg war das Relief bei Rom durch eine Fliegerbombe zertrümmert, einzelne Teile geraubt, verkauft und die Überreste im Depot des Thermenmuseums in Rom verwahrt worden. Hier fristete das Relief nahezu unbemerkt sein Dasein. Vor drei Jahren konnte das fehlende Hauptstück – der Kopf des Mithras, der sich im Badischen Landesmuseum befand – eindeutig zugeordnet werden. In Karlsruhe wurden dann 2014 der Kopf mit den anderen Fragmenten vereinigt: eine Sensation und ein großer Erfolg der internationalen Kooperation für den Kulturgutschutz.

Zur Komplettierung des Reliefs fehlte aber noch der Kopf des Stieres mit der Hand des Mithras. Jetzt wurde auch dieses letzte Teil des Reliefs gefunden: im Kunsthandel! Die italienischen Carabinieri der Abteilung „Kulturgutschutz vor Verlust des italienischen Kulturerbes" (TPC) haben mit ihrem Fund einen sensationellen Coup gelandet: Im Visier der Fahnder im Kampf gegen den illegalen Handel mit antiken Kulturgut stand ein Kunsthändler in Sardinien, bei dem zwei Marmorfragmente ausfindig gemacht wurden. Rechtlich stichhaltige Angaben zur Provenienz konnte der Händler nicht nachweisen. Im Rahmen einer großen Aktion der TPC in Cagliari, koordiniert von der Staatsanwaltschaft der sardischen Hauptstadt, wurden die beiden Fragmente beschlagnahmt.

Die Soprintendenza Archeologia, Belle Arti e Paesaggio di Cagliari – das Denkmalamt in Cagliari Sardinien – untersuchte die Stücke sorgfältig und stufte sie als archäologisch äußerst wertvolle Steinmetzarbeiten aus dem 2.–3. Jh. n. Chr. ein. Aufgrund des Wertes der beiden Fundstücke setzten die Carabinieri ihre Nachforschungen im Internet und in ihrer eigenen Datenbank über unrechtmäßig entwendete Kulturgüter fort. Sie suchten dabei gezielt nach antiken römischen Mithras-Darstellungen.

Umgehend stießen die Ermittler auf das erst kurze Zeit vorher zusammengeführte Mithras-Relief von Tor Cervara. Erst durch die Zusammenführung in Karlsruhe war das Objekt als gesamtes überhaupt in der Fachwelt bekannt geworden und befindet sich seitdem in der Datenbank der italienischen Carabineri.

„Es erfüllt uns mit großer Freude, dass durch die Zusammenarbeit des Badischen Landesmuseums mit dem italienischen Kulturministerium und den Carabinieri ein Meisterstück nun vervollständigt werden konnte. Das Badische Landesmuseum hat hier den wesentlichen Impuls gegeben und mit der ersten Zusammenführung den Anstoß für die Suche nach dem letzten Teil gegeben", so Katarina Horst, Leitung des Referats Antike Kulturen im Badischen Landesmuseum. Die Kooperation zwischen Italien und Deutschland wurde bereits 2014 auf der Pariser UNESCO-Weltkonferenz als „best practice" vorgestellt.

Die Ermittlungen der Carabinieri laufen indes noch weiter: Gegen eine Person soll Anklage wegen Hehlerei erhoben werden. „Allein der Marktwert des zusammengeführten Reliefs von Tor Cervara wird auf zwei Millionen Euro geschätzt", so Fabrizio Parrulli, General der Carabinieri der Abteilung „Kulturgutschutz vor Verlust des italienischen Kulturerbes".

Quelle: Badisches Landesmuseum KArlsruhe

(Montag, 31.07.17 - 12:28 Uhr   -   1335 mal angesehen)

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