Wissenschaft und Forschung

Gemeinsame Erklärung

Wissenschaftsorganisationen gegen US-Einreiseverbot - Richter stoppt Trump

Ein US-Bundesrichter hat das Einreiseverbot vorläufig gekippt, das Präsident Donald Trump für Staatsangehörige aus sieben muslimisch geprägten Ländern verfügt hatte. Wissenschaftsorganisationen hoffe, dass es dabei bleibt. Wissenschaftliche Erkenntnisse könnten nur in einem offenen, freien und internationalen Diskurs gewonnen werden. Hierfür sei der persönliche Austausch über akademische Disziplinen, Nationen und Kulturen hinweg notwendig, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die unter anderem die Humboldt-Stiftung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz und weitere namhafte Organisationen unterzeichnet haben.
Hörsaal an einer Universität

Das vom US-Präsidenten am vergangenen Freitag erlassene Dekret sei eine pauschale Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und damit ein Angriff auch auf die Grundwerte der Wissenschaft. Deutsche Wissenschaftsorganisationen sehen daher das Präsidialdekret mit größter Besorgnis:

"Es ist kein geeignetes Mittel im notwendigen Kampf gegen Terrorismus und wird den für die wissenschaftliche Zusammenarbeit so wesentlichen internationalen Austausch empfindlich beeinträchtigen.

Selbst wenn die Details der Umsetzung des Einreiseverbots in die USA für Staatsangehörige aus Irak, Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Sudan und Syrien noch nicht klar sind, erste Folgen sind auch in der Wissenschaft bereits spürbar: Zahlreichen international tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wurde die Einreise in die USA verwehrt. Damit wurden sie von wissenschaftlichen Tagungen, Symposien und Seminaren ausgeschlossen. Amerikanische Wis-senschaftseinrichtungen sehen sich inzwischen gezwungen, Reisepläne zum Schutz ihrer stu-dierenden wie forschenden Mitglieder auf Eis zu legen.

Zuverlässigkeit und Planbarkeit ihrer sozialen Rahmenbedingungen sind für internationale Wissenschaft und Forschung unabdingbar. Der durch das Dekret eingeschlagene Weg der Abschottung hat derzeit noch unabsehbare, aber in jedem Fall weitreichende Folgen über die Wissenschaftsnation USA hinaus. Gerade in Zeiten internationaler Krisen ist die Wissenschaft ein wertvolles zwischenstaatliches Bindeglied, welches dringend erhalten werden muss. Die deutschen Wissenschaftsorganisationen appellieren daher an die US-Regierung, das Einreiseverbot umgehend zurückzunehmen. Selbstverständlich unterstützen die Organisationen ihre von dem Dekret betroffenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie ihre amerikanischen Kooperationspartner. Sie drängen auf rasche Klärung der juristischen Implikationen des Dekrets und stehen den deutschen und amerikanischen Stellen für Gespräche im Rahmen des transatlantischen Dialogs zur Verfügung."

Folgende Wissenschaftsorganisationen haben die Stellungsnahme verfasst:

Alexander von Humboldt-Stiftung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Hochschulrektorenkonferenz

Leibniz-Gemeinschaft

Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina –
Nationale Akademie der Wissenschaften

Deutscher Akademischer Austauschdienst

Helmholtz-Gemeinschaft

Max-Planck-Gesellschaft

Wissenschaftsrat

(Samstag, 04.02.17 - 10:24 Uhr   -   363 mal angesehen)

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